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Im Zuge des Ersten Weltkriegs entstanden erstmlaig große Lagersysteme für Kriegsgefangene. Es gerieten in allen kriegteilnehmenden Staaten zwischen 6,6 und 8,4 Millionen Menschen in Gefangenschaft. So enstand auch in der Nähe des Dorfs Scheuen bei Celle ein Barackenlager mit 10.000 Kriegsgefangenen, ein im kollektiven Bewusstsein beinahe unbekanntes Kapitel des Ersten Weltkriegs.




Im Lager Scheuen waren großteils italienische Kriegsgefangene untergebracht, unter denen das Lager „Celle Lager“ genannt wurde. Den italienischen Offizieren stand es nach den Genfer Kriegskonventionen zu, nicht zu körperlicher Arbeit herangezogen zu werden, was auch seitens der Deutschen eingehalten wurden.
Dennoch litten auch sie unter der Kälte im Winter, dem Hunger, der Einsamkeit, der Willkür der Deutschen Offiziere und nicht zuletzt unter der drückenden Langeweile des kargen Lagerlebens.
Einige künstlerisch ambitionierte Offiziere fanden sich in der sogenannten „Dichterbaracke“ zusammen, um gemeinsam zu Zeichnen, zu Malen, Musik zu komponieren und ihre Erlebnisse in schriftlicher Form festzuhalten.
Aus dieser Zeit enstand eine reiche Sammlungen von Werken, die das Lagerleben in verschiedensten Kunstformen und Stilen schildern und auch die Stimmungen und Gefühlslage der Gefangenen sichtbar machen.





Um mit der Willkür der Deutschen Offiziere umzugehen, fertigten einige Italiener Karikaturen ihrer Wächter an. Zusammen mit verschiedenen Anekdoten des passiven Widerstands ergeben sie das Bild einer Gruppe, die auf höchst kreative Weise versuchte die ausweglose Situation erträglicher zu machen und zu bewältigen.
In Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Manfred Bannenberg entwickelten sich aus literarischen Anekdoten, Zeichnungen und Fotografien Animationen, die mehrschichtigen Einblick in das Lagerleben und die innere Welt der Insassen geben.
Die Animation sind Teil des dokumentarischen Essayfilms Rückkehr – Ritorno der Episoden aus dem Leben der Gefangen aufarbeitet. Im Bomann–Museum in Celle wurde der Film im Rahmen der Ausstellung Hinter Stacheldraht: Die Kriegsgefangenenlager in Celle 1914–1918 gezeigt, anlässlich des einhundertjährigen Ende des Ersten Weltkriegs.
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